Schutzmassnahmen gegen Murgänge – Erfahrungen aus physischen Modellversuchen
Physische Modellversuche machen komplexe Murgangprozesse sichtbar. Anhand realer Projekte wird gezeigt, wie Schutzmassnahmen überprüft, optimiert und Entscheidungsgrundlagen für Planung und Umsetzung deutlich verbessert werden.
Murgänge stellen in alpinen Regionen eine zunehmende Gefahr für Siedlungen und Infrastrukturen dar. Insbesondere unter komplexen topografischen und prozessualen Bedingungen stossen rein numerische Modelle bei der Planung von Schutzmassnahmen an ihre Grenzen. Physische Modellversuche ermöglichen es, Murgangprozesse realitätsnah abzubilden, Wechselwirkungen zwischen Strömung und Bauwerk zu untersuchen und Schutzkonzepte gezielt zu optimieren.
Der Vortrag gibt einen praxisnahen Einblick in die Modellierung von Murgängen mittels physischer Modellversuche und basiert auf Erfahrungen aus dem Wasserbaulabor der OST – Ostschweizer Fachhochschule. Anhand von realen Projekte werden unterschiedliche Schutzkonzepte vorgestellt: ein mehrstufiges Rückhaltesystem sowie eine gezielte Murgangausleitung. Gezeigt wird, wie Modellversuche zur Überprüfung der Funktionstüchtigkeit, zur Optimierung von Bauwerksdetails und zur Absicherung von Planungsentscheiden beitragen.
Neben den erzielten Erkenntnissen werden auch die Grenzen physischer Modelle, der Einfluss von Materialeigenschaften sowie der praktische Nutzen für Variantenentscheide, Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz von Schutzmassnahmen diskutiert.
Sprechende (1)
Davood Farshi
OST – Ostschweizer Fachhochschule, Institut für Bau und Umwelt, Professor