Neuer Geschiebesammler schützt Vitznau vor Murgängen
Nach der Rutschung Gassrübi im Juni 2024 ist die Gefährdungslage in Vitznau weiterhin gross. Der Kanton Luzern reagiert mit dringlichen Schutzmassnahmen: Mit einem neuen, grossen Geschiebesammler oberhalb des bestehenden Rückhaltebauwerks können künftig grosse Geschiebemengen zurückgehalten werden.
Das Dorf Vitznau und die dazu gehörenden Höfe unterhalb der Rigi sind aufgrund ihrer Lage – so wie zahlreiche weitere Dörfer in den Voralpen und Alpen – stark den Naturgefahren ausgesetzt. Die grossen Bedrohungen stellen Fels- und Bergstürze sowie Murgänge dar. Die regnerische Periode von Dezember 2023 bis Mai 2024 führte am 1. Juni 2024 zu einer Reaktivierung der Rutschung Gassrübi im Bereich Hinterbergen in der Gemeinde Vitznau. Die Grossrutschung liegt im Einzugsgebiet des Altdorfbachs und hat die Gefahrensituation für das Dorf Vitznau massiv verschärft. Weitere Murgänge sind möglich und bedrohen zentrale Teile des Dorfes und seine Einwohnerinnen und Einwohner. Mit hoher Priorität realisiert der Kanton mit Unterstützung der Gemeinde ein umfassendes Schutzkonzept, um Vitznau und seine Bevölkerung besser zu schützen.
Umfassende Hochwasserschutz-Massnahmen am Altdorfbach
Die bestehenden Schutzbauten am Altdorfbach, insbesondere der im Jahr 2007 erstellte Geschiebesammler, reichen nicht aus, um die aktuellen Risiken zu bewältigen. Deshalb realisiert der Kanton als Sofortmassnahme einen neuen, grossen Geschiebesammler oberhalb des bereits bestehenden Sammlers. Der neue Geschiebesammler wird rund 65'000 Kubikmeter Geröll und Geschiebe zurückhalten können und umfasst ein Bremsbauwerk sowie einen erweiterten Rückhalteraum. Durch den zusätzlichen Rückhalteraum kann bereits während der Bauphase ein besserer Schutz erreicht werden, was in der aktuellen Gefährdungslage zentral ist. Die Kosten für den Bau des Geschiebesammlers betragen rund 20 Mio. Franken, woran sich der Bund voraussichtlich mit 42 Prozent beteiligt. Aufgrund des grossen Risikos und der hohen Dringlichkeit handelt es sich dabei um gebundene, vom Regierungsrat bewilligte Ausgaben und die Umsetzung erfolgt als Sofortmassnahme. Verschiedene Vorarbeiten wurden bereits zwischen Juli und Dezember 2025 ausgeführt. Die Hauptarbeiten starten am 12. Januar 2026 und dauern voraussichtlich bis Mitte 2028.
In einem zweiten Projekt wird der bestehende Geschiebesammler erhöht und der Altdorfbach ab diesem Geschiebesammler bis zur Mündung in den See ausgebaut, so dass Hochwasserspitzen in den See geleitet werden können. Die Planungen dafür sind ebenfalls bereits weit fortgeschritten.
Alle Informationen unter: vif.lu.ch/naturgefahren/projekte/hochwasserschutz_vitznau