Eine naturnahe Wildbachverbauung? Natürlich!
Im Steinibach Dallenwil (NW) wurde auf dem Schwemmkegel im Jahr 2020 eine Verbauungslücke mit einer naturnahe Blockrampenserie gesichert. Der Wildbach weist an dieser Stelle eine Gefälle von 15-18% auf. Trotz der Sohlstabilisierung behält der Abschnitt auch als Ökosystem noch einen hohen Wert.
Die Wildbachgefahren am Steinibach Dallenwil werden seit Jahrzehnten mit forstlichen Massnahmen, Wildbachsperren im Einzugsgebiet und einem Geschiebesammler am Kegelhals gebannt. Auf dem Kegelhals wird der Steinibach abschnittsweise stark verbaut in einer Wildbachschale abgeleitet. Ein Zwischenstück blieb bisher unverbaut, bis im Hochwasserereignis 2013 im betroffenen Abschnitt Tiefenerosionen von über 2m festgestellt wurden. Die Geschiebeverfrachtungen sorgten für eine erhöhte Gefährdung im unteren Gerinneverlauf. Schäden konnten knapp vermieden werden.
Mit dem Einbau regelmässig angeordneter Blockrampen konnte die Tiefenerosion auf dem Schwemmkegel im direkten Unterlauf des bestehenden Geschiebesammlers am Kegelhals verhindert werden. Die reduzierte Geschiebefracht sichert nun den Hochwasserschutz entlang des Gerinnes auf dem Schwemmkegel. Durch den Einbau von sehr steilen Blockrampen (40-48%) wird die Längsvernetzung auch im aquatischen Lebensraum ermöglicht. Das Erscheinungsbild im Gerinne blieb auch nach der Realisierung noch sehr wildbachähnlich, was speziell auch durch die grosszügig überschütteten Uferblocksätze und die grosszügige Bestockung mit Heckenpflanzen noch gefördert werden konnte.
Damit die Wildbachverbauung den hohen Einwirkungen standhalten kann, wurden Blockgrössen von 6-8 Tonnen verbaut und jeder Blockrampenfuss wurde tief fundiert und mit einem Betonriegel stabilisiert.